Still werden,
Lauschen,
Wahrnehmen,
in Präsenz verweilen,
dies ist der Pfad zur Selbstlosigkeit.
Ich setze mich auf eine Parkbank, schließe die Augen und lausche. Ich kann Gespräche hören und die Sichtweise anderer erahnen. Es gibt Objekte der Wahrnehmung (z. B. Gesprächsfetzen) und einen Beobachter dieser Objekte (mich – mein Selbstbildnis von mir). Ich kann die Wichtigkeit des Beobachters auflösen, ohne die Inhalte der Wahrnehmung zu verlieren. Sie beziehen sich einfach nicht mehr auf mich – das Ich spielt keine Rolle mehr – ich bin gar nicht da.
Jetzt beobachte ich, wie meine Wahrnehmung immer wieder in die Selbstbezogenheit rutscht. Spannend ist, dass genau in dem Moment, in dem die Wahrnehmung von Objekten einen Selbstbezug erhält, dies etwas in mir bewirkt: Es zieht mich in den Dualismus, zwingt eine zusätzliche Position (meine) in dieses Geschehen (was ja eigentlich nichts mit „mir“ zu tun hat), und der Kreislauf beginnt. In dem Moment, in dem ich Inhalte persönlich nehme, beeinflussen mich diese auf eine völlig andere Weise.
Zwei Dinge stelle ich fest:
- Autokommentar Selbstlos nehme ich Geschehnisse und Stimmungen um mich herum feinfühlig wahr. Die Bewertung dessen aus der Position des Selbstbildes heraus erscheint mir jedoch wie ein Abschweifen von der realen Welt. Der Kommentationsmodus wird aktiviert.
- Meine selbstbezogenen Reaktionen auf Erfahrungen Nur wenn ich Erfahrungen aus meinem Selbstbild heraus (eigene Vorstellung von Gut und Schlecht …) betrachte, beginne ich, diese zu bewerten – zum Beispiel als „nervig“. Wenn ich es genau beobachte, werde ich nicht durch andere be-leidigt! Nein, ich beleidige andere durch meine Bewertung. Ich beleidige Musik, Gespräche und Situationen. Welch ein Unterschied!
